Die Kurzchronik unserer Karnevalsabteilung

Bereits vor dem Krieg wurde bei der Gocher Viktoria zur Karnevalszeit kräftig  gefeiert. Bunte Abende und Kostümfeste waren vor allem bei den Fußballern sehr beliebte und bestens besuchte Veranstaltungen.

Nach dem 2. Weltkrieg gründete der SV Viktoria als erster Gocher Verein im Januar 1947 einen Elferrat und veranstaltete ebenfalls als erster Verein in Goch am Donnerstag den 13. Februar 1947 bei Tön am Berg unter dem Motto: „Twee Färwe so moj, die een, die ess schwoart, aenn die ander is rooj. Twee Färwe so moj.“ Die erste Kappensitzung im zerstörten Goch.

Der erste Elferrat im Februar 1947

Stehend v.l.n.r. Willi (den Buur) Vink, Paul Wellesen, Willi Gravendeyk, (Page) Apis Stift, Fritz Terbeyken, Theo (Kohle) Peters, Peter Boumans (VW)

Sitzend v.l.n.r.  Män Terbyken, Gerhard van Nooy, Präsident Theo (Tutt) van Sambeck, Hans (Leder) Hofmann, Walter Ophey-Verwey

Der Ort der Kappensitzungen wechselte im Laufe der Jahre von Tön am Berg, Buur Vink, Bracht, Löffler und Litjes bis zum Gocher Kastell, wo sie heute noch stattfinden.

8 Prinzenpaare kamen bisher aus dem Sportverein SV Viktoria Goch.

1952

Der erste Prinz war der legendäre Gerd I. van Nooy. Er war 1. Vorsitzender und Elferratspräsident des SV Viktoria – der erste Prinz in Goch überhaupt. 

Gerd I. geht in die Geschichte des Gocher Karnevals als erster Prinz des 1. Rosenmontagszuges der Stadt Goch ein. Auf Anregung der Nachbargemeinschaft Frauenstraße, die beim Elferrat vom Kolping am Fastnachtssonntag mit ihrer Idee vom Rosenmontagszug vorstellig wurde, stellten die Karnevalisten aus ganz Goch in der Nacht auf den Rosenmontag den ersten Gocher Rosenmontagszug zusammen.

1954

Als dritter Prinz in die Gocher Karnevalsgeschichte geht das Original Theo I. "Tut" van Sambeck ein. Er hatte Helga Weiß zur Prinzessin und sie waren damit das 2. Gocher Prinzenpaar der Stadt Goch. Die Prinzengarde stellten die Alten Herren der Fußballabteilung.

1965

Sie hätten bereits 1962 das Prinzenpaar der Stadt Goch stellen sollen, doch die Flutkatastrophe in Hamburg machte einen Strich durch das fröhliche Wollen. In den schwarz und roten Farben des Vereins wurde Theo II. Drießen mit seiner Prinzessin Christa I. Derix im Hotel „Zur alten Weberstadt“ gekürt.

1970

Prinz Heinz III. Koppers und Ria I. Terörde führten das Gocher Narrenschiff an. Die Prinzenkür war bei „Tön am Berg“ und die Garde stellte selbstverständlich – wie immer – die Alten Herren der Viktoria. Heinz Koppers hatte den Spitznamen „Moni“ seines kreisrunden Gesichts wegen. Motto des Rosenmontagszuges lautete „Goch am Ball“.

1979

Willy III. van Bruck und Gaby I. Mühlhoff werden das Prinzenpaar der Gocher Viktoria. Eine wunderbare Neuerung gab es – Der Fanfarenzug Pfalzdorf unterstützte den Einmarsch der Prinzengarde in die Säle mit Pauken und Trompeten. Eine tolle Freundschaft entwickelte sich, die bis heute anhält. Die Narrenburg war die legendäre Gaststätte und Vereinslokal der Viktoria „Bej den Bur“ am Steintor. Nach diesen tollen Tagen wurde das Gebäude vollständig abgerissen. 

Noch eine bedeutende und richtungsweisende Neuerung gab es im Vorfeld des Viktoria Prinzenjahres. Zum ersten Mal wurde am 11.11.1978 ein offizieller Karnevalsauftakt gefeiert. Er fand in den Räumen der Firma Gerd-Hans Mühlhoff statt.

1987

Michael I. "Mike" Theissen und Christine I. Groß werden zum 75-jährigen Vereinsjubiläum der Viktoria das Gocher Prinzenpaar. Selbst die Bildzeitung berichtete damals. 2 Elefanten waren zum Rathaussturm engagiert, doch der Ritt endete schon nach 300Metern, weil die Biester sich einfach auf die Straße legten und nicht mehr zum weiterstürmen zu bewegen waren. Die Erstürmung des Rathauses gelang trotzdem. Zum ersten Mal begleitete eine kleine eigene Funkengarde das Prinzenpaar.

Die Prinzengarde 1987 war die letzte Garde der Viktoria, die ausschließlich von den Alten-Herren des Vereins gestellt und organisiert wurde. Mitte des Jahres 1987 beschloss der Vorstand der Veteranen eine richtige Karnevalsabteilung im Verein zu gründen. Für eine kleine Alt-Herren-Gemeinschaft waren die Anforderungen im Gocher Karneval zu groß geworden.

Aus der ersten Funkengarde ´87 entwickelte sich 1988 sogar eine erste Tanzgarde mit erfolgreichen Auftritten. Heute gehören die Tanzgarden des SV Viktoria mit Bambinis, Minis, Teenies und den Viktoria-Funken zu den größten und besten Tanzgarden der Stadt Goch.

In dieser Zeit wurde auch das erste Gocher Hallenfußball-Karnevalsturnier aus der Taufe gehoben. Die Veranstaltung, die jedes Jahr nach dem 11.11. – noch im November – in der großen Sporthalle durchgeführt wird, ist äußerst beliebt und zur Tradition im Gocher Karneval geworden.

1994

Karl-Heinz I. Bremer bekleidete das höchste Narrenamt unserer Vaterstadt. Zu seiner Prinzessin wählte er Svenja I. Thonnet. Karl Heinz verkündete in allen Sälen und bei jeder Gelegenheit: „Rosenmontag haben wir bomben Wetter“. Die Gazetten berichteten Veilchen Dienstag: „Die Teufelchen trotzten der Kältewelle“. Bei 7 Grad unter Null blieb der Zug, der wieder auf 110 Nummern kam, nichts anderes übrig, als angesichts der Kälte in Bewegung zu bleiben, oder auf der Stelle zu treten. Das mussten die rund 50.000 Zuschauer auch.

2004

der Ex Fußballprofi Hans-Jürgen I. Offermanns – der mittlerweile seine Heimat in Goch gefunden hatte – übernahm bei den schwarz-roten das Narrenzepter. Als Prinzessin wählte Offi die Viktoria-Funke Beate II. Mezelaers. Das Motto der Session lautete: „Bärenstark und stets am Ball – Viktoria feiert Karneval“ . Das Prinzenpaar wurde von einer etwa 80 köpfigen Prinzengarde begleitet. Aus der kleinen, bescheidenen 30 Mann Alt-Herren Garde, hatte sich eine prächtige Narrenarmada entwickelt.

2012

Viktoria stellt mit Joachim "Aki I." Otto und Marijke I. Bornheim das Prinzenpaar der Stadt Goch, anläßlich der 100 Jahr Feier des Sportvereins. Das Motto der Session lautete: „100 Jahr den Fuß am Ball – Viktoria feiert Maskenball“. Das Prinzenpaar wurde von 38 Gardisten, 20 Funken, sowie dem Fanfarenzug Pfalzdorf mit Unterstützung des Fanfarenzuges Weeze begleitet. 

Die Karnevalsabteilung hat sich zu einer großartigen Gruppe im Sportverein Viktoria und zu einer festen Größe in Goch entwickelt. 

Heute zählt die Abteilung rund 150 Mitglieder und nimmt meist vollzählig am Gocher Rosenmontagszug teil.